Jeder Tag ein Erlebnis

In unserem Reisetagebuch wollen wir die schönsten Augenblicke unserer Reise festhalten. Denn wenn man sich im Alltag einmal die Zeit nimmt hineinzuschauen, erlebt man die Reise fast ein zweites Mal. Ein Kontaktformular mussten wir leider deaktivieren, da dort ständig irgendwelcher Werbemüll eingestellt wurde. Gerne können Sie uns jedoch eine Email mit Ihren Fragen senden, wir versuchen zeitnah zu antworten.

Teilnehmer dieser Reise waren:

Peter und Eva W.,

Peter (genannt Pepe) und Anne S.,

und wir Ellen und Peter Jost.

(Ja, alle drei mitfahrenden Männer hießen mit Vornamen Peter, zur Unterscheidung im folgenden Text schreibe ich in der Ich-Form von mir, mit Peter ist Peter W. gemeint und bei Pepe handelt es sich um Peter S.)

Das Tagebuch stammt von mir, Peter Jost.

Abflugtag 15.3.2017

 

Wieder einmal starteten wir zu unserer bisher längsten und vierten Reise, die wir über die Fa. Canusa gebucht hatten, in die USA. Pünktlich kamen wir am Flughafen in Düsseldorf an wo bereits Eva und Peter W. auf uns warteten. Später trafen auch noch Pepe und Anne ein. Nach einem zweiten Frühstück starteten wir zunächst zur Zwischenlandung nach Zürich. Von dort flogen wir mit Swiss Air nach Chicago.

In Chicago erwartete uns noch tiefster Winter mit deutlichen einstelligen Minustemperaturen. Mit dem Hotelshuttle gelangten wir zum Best Western Airport Hotel in Chicago. Nach dem Bezug unserer Hotelzimmer freuten wir uns auf ein erstes amerikanisches Abendessen im direkt benachbarten Shoeless-Joe's-Restaurant.

Tag 1. 16.3.2017

 

Der Hotelshuttle brachte uns zurück zum Airport O’Hare. Dort erstanden wir am Automaten für 10 US$ eine Tageskarte für den ÖPNV. Mit der Blue Line fuhren wir nach Chicago (die Hoch- bzw. U-Bahnen sind in Chicago mit Farben bezeichnet).

Auf einem Rundgang kamen wir zuerst bei strahlendem Sonnenschein an das Wahrzeichen von Chicago, der „Bohne“ Durch einen Park spazierten wir anschließend zum Lake Michigan. Nach einem Besuch eines Cafes mussten wir uns allerdings bereits auf die Rückfahrt begeben. Im Hotel war das Office von Roadbear geöffnet und wir erledigten den unvermeintlichen Papierkram. Nach dem zweiten Abendessen im benachbarten Restaurant endete auch dieser Tag.

Tag 2, 17.3.2017

 

In der Nacht hatte es angefangen zu regnen. Die Busse sollten pünktlich morgens früh um 08:00 Uhr abfahren - was aber nichts wurde. Die Busse waren um 08:00 Uhr noch nicht eingetroffen. Gegen 08:15 Uhr trafen die zwei Busse dann ein. Bis das Gepäck von 88 Personen eingeladen war dauerte es bis 08:30 Uhr und es ging endlich los. Die Fahrt nach Middelbury dauerte ca. 2 3/4 Stunde und wir  trafen gegen 11:15 Uhr an der Fabrik ein. Dort erfolgte zunächst in Kleingruppen die Einweisung in die Bedienung der RV’s. Wir hatten via Email den Wunsch geäußert, falls möglich, ein RV mit Slide Out zu bekommen - und bekamen ein solches! Allerdings wurde mit dem RV offensichtlich vorher ein Feld umgepflügt, Matsch und trockener Dreck war in den Scharnieren der Stauklappen, der Windschutzscheibe und und und.

Mit anderen Worten, die Kiste war außen saudreckig. Nachdem wir die Koffer zunächst einfach nur in das RV verladen hatten, ging es erst einmal zum nächsten Wal-Mart um die nötigsten Einkäufe zu erledigen. Anschließend fuhren wir in Richtung Süden. Peter W. hatte in der Nähe von Peru (IN) über das Internet einen ganzjährig geöffneten Campingplatz gefunden. Dort trafen wir noch vor Einbruch der Dunkelheit ein und konnten die Wasserleitungen grob durchspülen ( die RV’s waren winterrisiert - frostsicher gemacht und in den Leitungen befand sich Frostschutzmittel) und Frischwasser bunkern. Nach dem Abendessen fand der Tag bei einem ersten gemeinsamen Bier sein Ende.

Tag 3. 18.3.2017

 

Nach dem dem ersten Frühstück in den „eigenen vier Wänden auf Rädern“ ließen wir zunächst das Tags zuvor zum Durchspülen der Leitungen gebrauchte Wasser an der Dumping Station ab und fuhren weiter auf dem Hayway 31 Richtung Süden.Der Tag begann bewölkt und es war immer noch recht kühl. Unterwegs in Martinsville suchten wir erneut einen Walmart auf und deckten uns mit weiteren Lebensmitteln und Getränken ein. Im weiteren Verlauf der Route in Arcadia lag ein Wilson Farm Market, der von Amish People betrieben wurde. Diesen beschtigten wir - und klar - es wurden auch noch einige Leckereien eingekauft. Auf dem weiteren Weg Richtung Süden fuhren wir zunächst ein Stück über den Historic Pathway Highway 50 um anschließend den Interstate Highway 69 und den Interstate Highway 64 Richtung Memphis zu befahren. Da Ellen es sich heute nicht nehmen ließ, das RV selbst zu steuern hatte sie an einem Truckstop bei Evansville „die Nase voll“ und wir richteten uns dort zur Übernachtung ein. Nach dem erfogreichen Funktionstest von Bratpfanne und Gasherd endete der Tag mit den ersten amerikanischen Bratwürsten und Salat zum Abendessen.

 

Tag 4, 19.03.2017

 

Petrus hatte ein Einsehen und weckte uns mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Frühstück stand heute eine Tour durch vier US-Bundesstaaten auf dem Programm: Indiana, Illinois, Missouri und Arkanas. Unterwegs in Haubstadt, (IN) tankten wir die Reisemobile zum zweiten Male voll. Dabei stellten wir einerseits fest, dass zwar bei der Übernahme die Tankanzeige „voll“ anzeigte, der Tank aber bei weitem nicht vollständig gefüllt war. Am Tag zuvor lag der Durchschnittsverbrauch des RV noch bei ca. 35 Liter/ 100 km, jetzt bei im Wesentlichen gleicher Fahrweise lag der Verbrauch nur noch bei ca. 26 Liter/ 100 km. Am Anfang von Arkansas auf dem Interstate Highway 55 besuchten wir das dortige Visitorcenter, deckten uns dort mit Infomaterial ein und tranken den üblichen kostenlosen Kaffee. Da die Sonne immer noch hoch am Himmel stand entschieden wir kurz vor 17:00 Uhr einfach auf dem Parkplatz am Visitorcenter stehen zu bleiben und zu übernachten. Das Visitorcenter selbst schloss zwar um 17:00 Uhr, die Toiletten waren aber geöffnet. Da auch der Intenrnetzugang des Visitorcenter offen war, konnte ich über den VPN-Tunnel zur heimischen Fritzbox einerseits die Emails abrufen und andererseits auch diesen ersten Beitrag auf unsere Homepage laden. Fotos müssen jedoch noch warten, dafür ist der Internetzugang hier zu langsam.

Tag 5, 20.03.2017

 

Vom Visitor-Center in in Arcansas stand heute nur eine kurze Tour bis nach Memphis auf dem Plan. Direkt neben dem legendären Graceland, dem Anwesen von Elvis Presley steuerten wir den Graceland RV-Park an. Da wir dort am frühen Mittag eintrafen hatten wir die Gelegenheit, die erste Wäsche der nagelneuen Handtücher, Bettwäsche zu machen um die Appretur aus diesen auszuwaschen. Um 18:00 Uhr nahmen wir dann von dem dem RV-Park gegenüberliegenden Guest-House Hotel den Shuttle zur Beale-Street, dem „angeblichen“ Highlight von Memphis. Dort angekommen stellten wir allerdings ernüchtert fest, wir sind zu alt für Hully-Gully. Aus vielen Kneipen drank ohrenbetäubender Lärm. Auch in dem von uns anvisierten Hard-Rock-Cafe war es einerseits zu laut und die dort auftretende „Rockröhre“ konnte außer einer extremen Lautstärke, die allerdings nur den vorhandenen Verstärkerleistungen zu verdanken waren, keinerlei musikalische Qualität aufweisen. Schlicht außer Lärm produzierte sie nichts gesanglich wertvolles. So nahmen wir nicht den letzten Shuttle um 22.30 Uhr zurück sondern bereits den Shuttle um 21.30 Uhr.

Tag 6. 21.03.2017

 

Wir haben uns heute getrennt - von Eva und Peter W. Die beiden wollten familiäre Verwandschaft in den USA besuchen und haben deshalb heute für die nächsten Tage ihre eigene Reiseroute gewählt. Mit Pepe und Anne haben wir zunächst das direkt neben dem RV-Park liegende Graceland besucht. Für den stolzen Eintrittspreis von rund 86 US$, der Rentnerrabatt war davon schon abgezogen, besichtigten wir zunächst das grandiose Anwesen von Elvis Presley. Auch wenn der Eintritt recht happig ist, als Fans von Elvis’ Rock’n-Roll-Musik muss man Graceland einfach mal erlebt haben.

Nach dem Graceland-Besuch, der rund zwei Stunden dauerte, nahmen wir zunächst auf dem Parkplatz noch eine Mittagsmahlzeit ein und starten erneut Richtung Süden. Auf dem Interstate-Highway 55 fuhren wir zunächst bis Canton um dort im Walmart erneut Einkäufe zu tätigen. Anschließend fuhren wir auf dem Highway 55 in Südrichtung weiter bis kurz vor Jackson um dort auf den Natchez-Trace-Parkway einzubiegen. Dort fanden wir einen einsamen Parkplatz auf dem wir zunächst unter dem freien Sternenhimmel unser Abendbrot einnahmen und bei wohliger Wärme übernachteten. Wenn man bedenkt, dass wir fünf Tage zuvor noch in Chicago bei frostigen Temperaturen am Lake Michigan an der dortigen „Bohne“ noch eine kleine Schneeballschlacht machen durften, genossen wir jetzt bereits im T-Shirt und kurzer Hose in einer lauen Sternennacht unter freiem Himmel unser Abendessen bei einem Bier und einem Absacker.

Spätestens heute hat uns die unheilbare USA-Rhitis wieder voll „im Griff“.

Tag 7 22.03.2017

 

Nach dem Frühstück fuhren wir auf dem Natchez Trace Parkway weiter nach Vidalia zu einem Campground. Dieser lag dierkt am Mississippi. Nach dem gemeinsamen Abendessen wollte dieses Reisetagebuch noch vervollständigt werden.

Tag 8 23.03.2017

 

 

Als wir schon startklar waren, bekamen wir von Peter und Eva die Nachricht, dass sie nicht mehr zu den Verwandten fahren wollen und sie stattdessen wieder in Richtung Natchez führen. Wir wollten uns im Natchez Statepark an einem Campground treffen. Leider brach aber ab da jede Verbindung ab und wir warteten umsonst an dem Campground. Dieser Campground war außerdem komplett belegt so dass wir auch keine Stellplätze zur Übernachtung finden konnten. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns ein Stück weiter zu fahren und zwar entlang des Highways 15. Hier fanden wir auch ein Plätzchen wo wir meinten stehen bleiben zu können. Aber !!!!

 

1. Ich, Peter machte schlug die Autotür zu. Zu heißt verschlossen und der Schlüssel war im Fahrzeug. Was tun sprach Zeus, wir standen vorm verschlossenen Wohnmobil. Wir versuchten ob ein Fenster von außen zu öffnen war. Tatsächlich war das hintere Schlafzimmerfenster offen. Pepe, der etwas schlanker ist als ich kletterte da durch und half uns aus der Not.

 

2. Dieser Platz lag genau gegenüber einer Station eines Wasserkraftwerkes o. ä. und wir wurden offensichtlich von einer Überwachungskamera entdeckt. Kurze Zeit später erschien ein Mitarbeiter dieses Werkes und erklärte uns freundlich, aber bestimmt, dass wir dort nicht übernachten könnten. Er erklärte uns aber einen anderen einfachen Campground in ca. 5 Meilen Entfernung. Dort richteten wir uns häuslich zur Übernachtung ein.

Tag 9 24.03.2017

 

Eine Reise wie diese ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt sich zu erkälten. Aber mich hatte es erwischt, seit ein paar Tagen (genauer seit wir dem kalten Chicago entflohen waren und uns in der Tropenhitze des USA-Südens bewegten, hatte ich einen grippalen Infekt. Dieser brach heute so richtig aus und ich war „kaputt wie Hund“. Trotzdem schleppte ich mich noch durch das alte Farmhaus Oak Alley, einem herrschaftlichern Landsitz aus der Südstaaten-Sklavenzeit. Doch danach konnte ich nicht mehr, wir verließen auch Pepe und Anne, die am Oak Alley auf Peter und Eva warten wollten und fuhren schnurstracks nach New Orleans auf den dortigen KOA-RV-Park zum ausschlafen/ relaxen. Den nächstenTag habe ich genutzt um wieder halbwegs auf die Füße zu kommen.

Tag 10, 25.03.2017

 

Ellen hatte zur Vorsicht von der HNO-Ärztin ein Antibiotikum verschrieben bekommen - gegen grippale Infekte. Dies kam jetzt bei mir zum Einsatz. Denn mein Gesundheitszustand hatte sich weiter verschlechtert. Gegen Mittag trafen auch Anne, Pepe, Eva und Peter auf dem KOA-RV-Park ein. Leider hatte sich auch das Wetter verschlechtert und es regnete. Für mich war das „grad passend“ denn ich lag eh im Bett. Die geplanten Aktivitäten, Besuch des French Quarters von New Orleans, wurde deshalb um einen Tag verschoben.

 

Tag 11, 26.03.2017

 

Für die „restlichen Fünf“ stand heute der Besuch des French Quarters auf dem Programm. Das Wetter spielte auch wieder mit und die Sonne lachte wieder. Zunächst fuhren wir alle mit unserem RV’s auf einen WalMart-Parkplatz in New Orleans, der die Möglichkeit zum Übernachten bot. Dort stellten Pepe und Anne, sowie Peter und Eva ihre RV’s ab und ich fuhr sie alle ins French Quarter. Dort setzte ich alle ab und die Fünf besuchten das French Quarter. Ich war dazu immer noch nicht in der Lage und hütete - auch wenn es innerlich sehr weh tat - das Wohmobil. Dazu suchte ich mir unter einer Hochstraße einen schattigen Abstellplatz und richtete mich auf eine mehrstündige Warterei ein. Dabei stellte ich einen weiteren Nachteil dieses RV fest: Es bot mit nicht ausgefahrenem Slide-Out keinerlei Möglichkeit sich hinzulegen. Den Slide-Out auszufahren verbot sich jedoch an diesem Warteort.

 

Gegen Abend klingelte dann das Mobiltelefon und „die Fünf“ wollten wieder abgeholt werden. Ich sammelte alle wieder ein und wir fuhren erneut auf den WalMart-Parkplatz, wo wir auch übernachteten.

Tag 12, 27.03.2017

 

Endlich begann das Antibiotikum zu wirken und es stellte sich eine leichte Verbesserung meines Gesundheitszustandes ein. Meinem Ansinnen, nochmals in das French Quarter zu fahren, wurde jedoch nicht statt gegeben und es wurde mehrheitlich beschlossen, die geplante Tour fort zu setzen. Also ging es in Richtung Gibson, dort stand eine Tour mit einem Propellerboot durch die Sümpfe zur Alligatoren- und Vogelbeobachtung auf dem Plan. Diese Tour war der Hammer! Ausgestattet mit einem riesigen Flugzeupgpropeller an einem V-8-Motor von General Motors und Platz für ca. 16 Fahrgäste ging es ab in die Sümpfe. Nach der Wartezeit hatten wir das Boot dann für uns allein und der „Skipper“ „düste“ mit uns durch die Sümpfe. In teils atemberaubendem Tempo durch die Kraft des von dem V-8 angetriebenen Propellers schossen wir über Wasser und Sumpfgras hinweg. Jedes mit einer Schraube angetriebene Boot wäre hier vollkommen fehl am Platze. Alligatoren bekamen wir reichlich zu sehen, von ganz jungen, bis mehrere Meter langen ausgewachsenen Tieren. Eines lag so träge und offensichtlich satt in der Sonne direkt neben dem Boot, das wir zunächst dachten, es wäre aus Gummi und für Touris dort deponiert. Erst als der Skipper es mit einem Stock an die Nase stuppste, bewegte es sich leicht und öffnete die Augen. Trotzdem verharte es dösend weiter. Erst als der Skipper den Motor wieder anließ und das Boot wendete, verschwand es mit einem mächtigen Schlag seines Schwanzes unter Wasser.

 

Zweieinhalb Stunden waren wir unterwegs. Zwischendurch steuerte der Skipper einen dicken Teppich aus Seegras, Moos und Grünzeug an, auf dem er sogar laufen konnte. Auch Peter traute sich und verließ das Boot und machte ein paar Schritte auf dem weichen und nachgebenden Bioteppich. Zurück an Land zahlten wir mittels Kreditkarte je Paar etwa 95 US$, die der Skipper mit einem Smartphone und daran angeschlossenem USB-Lesegerät „kassierte“. Ferner musste ich feststellen, dass die Sonne auf dem Boot mir ordentlich die Haut an Armen und Nase/ Ohren im Gesicht gerötet hatte.

 

Anschließend ging es weiter Richtung Westen. Nach einem erneuten Tankstopp in Lafayette/ LA übernachteten wir mit Eva und Peter an einer Tankstelle an einem ruhigen Trucker-Parkplatz. Pepe wollte noch ein paar Meilen machen und fuhr noch weiter bis zum Welcome-Center von Texas.

Tag 13, 28.03.2017

 

Noch vor dem normalen „Rentner-Aufstehen“ wollten Eva und Peter bereits um 07:30 Uhr zur nächsten Übernachtung bei Bolivar-Peninsula, direkt am Strand des Golf von Mexico starten. Auf dem Weg dorthin entdeckte Peter eine überlebensgroße Strohpuppe von Trump, fuhr vom Highway ab um diese zu fotografieren. Wir fuhren weiter in Richtung Bolivar. An der Abbiegung von der IS 10 tankten wir in Winnie, TX erneut komplett auf. Danach trafen wir Eva und Peter an einem Straßen-Gemüsestand am Texas-Highway 124 wieder. Dort kauften wir diverse Gemüse und Früchte. Gegen Mittag trafen wir dann direkt am Strand von Bolivar-Peninsola ein und richteten uns dort am Strand vom Golf von Mexico zur Übernachtung ein. Bei sich langsam bedeckendem Himmel zahlten wir eine Übernachtungsgebühr von 10 US$ und genossen den Nachmittag unter freiem Himmel bei angenehm warmen Temperaturen. Diesmal habe ich meine vom Vortag schon arg Sonnen-strapazierte Haut jedoch mit einem Lichtschutzfaktor 50 von Peter geschützt. Mit der Beobachtung von Pelikanen, Möwen, Fischreihern und einem rabenähnlichen jedoch deutlich schlankeren schwarzen Vogel, der außerdem schöne Liedchen trällerte, verging der Nachmittag in geselliger Runde.

Nach eimem gemeinsamen Abendessen, Eva machte Eier mit Speck und Ellen als Nachtisch einen Obstsalat mit Früchten von dem Obststand, die wir mittags eingekauft hatten, und nach einer Katzenwäsche übernachteten wir direkt am windumtosten Strand am Golf von Mexico. Leider mussten wir hier einen weiteren Nachteil dieses RV in Kauf nehmen: Nach zweimaliger Duschbenutzung war der Grauwassertank bereits fast voll und der Frischwasser-Vorrat ging deutlich zur Neige. Am nächtsen Tag musste also zwingend von uns ein RV-Park zum dumpen und zur Frischwasser-Versorgung angefahren werden. 

Tag 14, 29.03.2017

 

Heute stand die Fahrt zum Jonson Space Center in Houston auf dem PLan. Die Fahrt dorthin verlief problemlos, das Wetter versprach allerdings nichts gutes. Am Eingang des Space-Center gab uns eine deutschsprachige Mitarbeiterin wertvolle Tipps und buchte bereits für 13:00 Uhr eine Fahrt für uns alle mit der „Red-Line“. Wir besichtigten zunächst einen Original-Space-Shuttle der auf einem Boing Jumbo-Jet „huckepack“ montiert war. Es war der Jumbo, mit dem die Space-Shuttles nach dem Einsatz im Weltall zurück nach Houston zur Aufarbeitung und für den nächsten Start geflogen wurden. Nach dem Space-Shuttle ging es eine Etage tiefer in den Jumbo. Danach sahen wir uns im Kino des Space-Center auf der größten Kinoleinwand von Texas einen Videofilm über die Geschichte der Nasa und auch die Ausblicke zur geplanten Marsmussion ab 2035 an. Vor dem 13:00 Uhr Termin suchten wir zunächst das Restaurant für eine Stärkung auf. Mit einem Straßenzug ging es dann in die Fertigungshallen, wo die Raumkapseln und Raketenteile der Nasa hergestellt werden. Entlang eines komplett verglasten Besucherganges konnten wir einen Einblick in die High-Tec-Hallen der Nasa werfen. Beim Verlassen des Gebäudes dann der Schock: Es goss aus Eimern. Im Spurt ging es zu den zwar überdachten, aber seitlich offenen Zug-Anhängern. Am Endpunkt des Straßenzuges wurden wir von Mitarbeitern des Space-Center mit trockenen Handtüchern empfangen. Wir beendeten den Besuch natürlich nicht ohne vorher in dem Shop einige Teile einzukaufen. In einer Regenpause spurteten wir zu den RV’s und erreichten diese gerade rechtzeitig, bevor es erneut, diesmal aus Badewannen schüttete.

 

In Absprache des schlechten Wetters kamen wir überein, uns erst am übernächsten Tag am Amistat Wasserreservoir bei Del Rio wieder zu treffen. Wir nutzten die Gelegenheit um allein Richtung Westen jedoch nicht über einen Interstate Highway zu fahren. Am Higway 77 in Yoakum fanden wir einen RV-Park mit einem Waschsalon. Dort nutzen wir die Gelegenheit um eine Maschine Wäsche zu waschen. Außerdem konnten wir unsere vollen Abwassertanks dumpen und Frischwasser auffüllen.

Tag 15, 30.03.2017

 

Nach einer sehr ruhigen Nacht startenen wir zu einer größeren Etappe nach Del Rio. Durch eine wunderschöne Frühlingslandschaft fuhren wir durch das schier endlose Texas und staunten wieder einmal über Highways, die über zig Meilen schnurgeradeaus führten.Gegen Nachmittag trafen wir dann an dem Tagesziel am Amistat-Wasserreservoir wieder auf Anne, Pepe, Eva und Peter. Den dort vorhandenen Grill nutzen wir um endlich einmal zu grillen. Pepe hatte bereits ein paar Tage zuvor Holzkohle dafür eingekauft. Nach den ersten Steaks und Würstchen vom Grill mit einem leckeren Obstsalat als Nachtisch endete der Tag unter einem wunderbar klaren Sternenhimmel.

Tag 16, 31.01.2017

 

Heute ging es an den Rio-Grande - dachten wir. Über eine weitere Maratonstrecke zu der wir in Maraton, TX, zum letzten Auftanken vor der Fahrt in das Naturschutzgebiet Big Bend unsere RV randvoll tankten, fuhren wir wieder - jeder für sich - Richtung Big Bend. Pepe und Anne wollten den Tag noch am Amistat Wasserreservoir verbringen und später los fahren. Auf dem Campground Rio Grande Village im Big Bend hielt uns Peter, der bereits vor uns dort eingetroffen war, noch den letzten freien Platz frei. Der Campground befand sich im Big Bend Nationalpark, einer reinen Wüstenlandschaft. Einer Information entnahmen wir, dass dort Tagestemperaturen bis 120° Fahrenheit = über 48° Celsius herrschen können. Bei sengender aber trockener Hitze - es herrschte eine Temparatur von gefühlt mindestens 45° stellten wir unsere beiden RV’s ab. Unter den Schatten spendenden Markisen planten wir den Rest der Tour angesichts der Tatsache, dass wir bereits weiter über die Hälfte der 4000 Freimeilen gefahren waren. Die RV’s hatten wir alle bei dem Stand von 34 Meilen übernommen, unser Tacho zeigte heute den Stand von 2393,7 Meilen an. Wir hatten somit schon rund 2360 Meilen verfahren.

Endlich als die Sonne untergegangen war, kam auch etwas Kühle auf. Im Verlaufe der Nacht wurde es dann sogar - wie in Wüsten nicht unüblich - richtig kalt.

Tag 17, 1.4.2017

 

Morgens früh war es so frisch geworden, dass wir fast die Heizung anwerfen mussten. Nach dem Frühstück stellten wir fest, von Pepe und Anne keine Spur. Sie waren offensichtlich nicht auf diesem Platz gewesen. An der Platzausfahrt war eine Dumpingstation, dort ließen wir unser Abwasser ab und füllten Frischwasser auf. Die Handys funktionierten nicht - kein Netz. So blieb uns nichts anderes übrig als unsere Tour fortzusetzen. Am Visitor Center in Panther Junction der Straßengabelung des Highway 385 zum Hwy 118 sahen wir uns im Visitor Center noch einen
Film über den Big Bend an. Nach dem Kauf von T-Shirt und Kühlschrankmagneten setzten wir unsere Fahrt über den Hwy 118 in Richtung Presidio fort. Zunächst besichtigten wir noch die Ghosttown Terlingua. Dort hatten wir sogar kurzfristig wieder ein Mobilfunknetz und konnten SMS empfangen und senden - aber nur auf unseren deutschen Handys im Roomingmode. Und endlich hatten wir auch Kontakt zu Pepe und Anne. Wir erfuhren, dass Sie am Rio Grande übernachtet hatten und nun auf dem Weg Richtung Fort Davis waren. Entlang des Rio Grande, dem Grenzfluß zu Mexico entdeckten wir einige landschaftlich äußerst schöne Campgrounds, zwar mit Feuerstelle und z. T. mit einfachen Toiletten aber sonst ohne jegliche Infrastruktur. Auf einem dieser Plätze hatten Pepe und Anne übernachtet. Nach etlichen Foto-und Videostops fuhren wir dann gegen späten Nachmittag Richtung Presidio und dort in Nordrichtung auf dem Hwy 67 bis nach Fort David. Und endlich trafen wir Anne und Pepe wieder, die dort auf uns gewartet hatten. Pepe berichtete, er habe auf einem komplett ausgebuchten RV-Park die Auskunft bekommen, dass ein paar Meilen weiter eine Ranch mit Übernachtungsmöglichkeiten für RV’s sei. Diese Ranch haben wir angesteuert und fanden sogar full-hook-up RV-Plätze vor. Die Anmeldung war jedoch bereits geschlossen und so sollte die Registration bis zum nächsten Morgen warten müssen.

Tag 18, 2.4.2017

 

Die Anmeldung der Ranch war immer noch nicht besetzt. Auch für eine Self-Registration waren keine Anmeldeformulare vorhanden. So hatten wir heute eine Nacht auf einem Full-Hook-Up-RV-Platz ohne jegliche Kosten verbracht.
Wir wurden einfach dort kein Geld los.

Dagegen hatte es heute Ellen so richtig massiv erwischt. Da sie mir Ihre vorsorglich vom Arzt verschriebene Antibiotika überlassen hatte, versuchten wir das gleiche Medikament unter Vorweisen der leeren Packung in einer Wal-Mart Apotheke in El Paso zu bekommen. Es ist jedoch auch hier verschreibungspflichtig und so blieb keine andere Wahl, ein Arzt musste aufgesucht werden.

 

Von der Apotheke bekamen wir eine Adresse und trotz Sonntag, wurde dort auch gearbeitet. Nach Zahlung von 95 US$ wurde Ellen von einem Arzt gründlich untersucht. Sie bekam für nochmals 95 US$ eine Spritze und eine Verordnung für Antibiotika - das gleiche Medikament, was unser Arzt zur Vorsicht auch verschrieben hatte, sowie eine Verordnung für Hustensaft. Der Hustensaft musste von der WalMart-Apotheke noch erst angemischt werden, dies dauerte eine halbe Stunde. Die Zeit wurde wieder genutzt um die Vorräte aufzufüllen.

 

Anschließend ging es noch ein paar Meilen weiter in den Franklin National Forrest, dort waren einfache RV-Stellplätze ohne jegliche Infrastruktur vorhanden.

Tag 19, 3.4.2017

 

Heute haben wir uns wieder getrennt. Eva, Peter, Pepe und Anne wollten gleich durchfahren nach Tompstone, wir hatten zunächst White Sands auf dem Plan. White Sands ist einzigartig und der Abstecher dorthin - immerhin mussten dazu rund 100 Meilen zusätzlich gefahren werden - hatte sich gelohnt. Der „weiße Sand“ dort ist weltweit einzigartig und das größte Gebiet mit weißem Sand weltweit.

 

Leider war Ellens Gesundheitszustand immer noch so schlecht, dass nur ein kurzer Spaziergang auf einem Steg in diese grandiose Wüstenlandschaft möglich war. Nach Rückkehr zu unserem RV mussten wir dann leider feststellen, dass sich der rechte Außenspiegel so weit gelockert hatte, dass eine Sicht über diesen Spiegel nach hinten nicht mehr möglich war. Ein Anruf bei der Hotline von RoadBear brachte jedoch eine Lösung: Dank des von mir mitgeführten Leatherman, einem Universalwerkzeug, konnte ich die Reparatur vor Ort selbst erledigen. Das Wie hatte mir der deutschsprachige Mitarbeiter von RoadBear erklärt.

 

Die eigentlich geplante Fahrt nach City of Rocks haben wir dann allerdings aufgrund des Gesundheitszustandes von Ellen gelassen. Wir sind statt dessen weiter in Richtung Westen und haben auf einem KOA-Campground in Lordsburg an dem IS Hwy. 10 übernachtet. Dort war auch endlich einmal wieder ein gutes WLAN-Netz zum Abruf unserer Emails usw. vorhanden und wir konnten uns mal informieren, was zu Hause so los ist.

 

Und mit besonderer Genugtuung haben wir hier erfahren, dass bei der Landtagswahl im Saarland die Grünen aus dem Landesparlament geflogen sind!!!

Tag 20, 4.4.2017

 

In aller Ruhe haben wir den Tag zunächst mit einem ausgiebigen Frühstück begonnen. Da der KOA-RV-Park über eine Laundry verfügte, haben wir die Gelegenheit genutzt und die mit Erkältungsbakterien verseuchte Bettwäsche gewaschen.

Dann sind wir weiter Richtung Westen zunächst nach Tombstone gefahren. In dieser alten Westernstadt hatten Pepe, Anne, Peter und Eva übernachtet. Wir haben die Downtown, den historischen Teil von Tombstone in einem ca. 3-stündigen Besuch erkundet und in einem typischen Western-Saloon zu Mittag gegessen. Dort habe ich einen ganz hervorragenden Burger genossen.

Anschließend ging es weiter nach Tucson auf den Tucson Mountain Park, einer Campsite im Saguaro-NP. Dort trafen wir gegen Abend auch die beiden anderen mitreisenden Paare wieder.

Tag 21. 5.4.2017

 

Dieser Tag bestand im Wesentlichen aus dem Besuch der Filmstadt Old Tucson. Für den Eintritt von ca. 15 US$ wurde eine Menge geboten. Pünktlich um 10.00 Uhr waren wir zur Öffnungszeit dort und sahen uns zunächst in den alten Filmkulissen um. Dort wurden unter anderem die High Chaparral Folgen, Rio Bravo und Drei Amigos mit Stars wie John Wayne, Clint Eastwood, Elizabeth Taylor und vielen anderen berühmten Schauspielern gedreht. In Original-Filmkulissen wurden Musicals und Shows aus der Wild-West-Zeit geboten, Cowboy-Stunts vorgeführt und eine den historischen Dampfzügen der Wild-West-Zeit nachgebildete Kleinbahn umrundete den gesamten Park. Nach ausgiebigen Foto- und Videoaufnahmen von dieser Filmstadt kehrten wir am Nachmittag auf den Tucson Mountain Park zurück auf dem wir morgens bereits für nochmals 20,00 US$ eine zweite Übernachtung gesichert hatten.

Tag 22, 6.4.2017

 

Der heutige Tag ist schnell erzählt: Nix! Wir haben den heutigen Tag dazu benutzt um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und schlicht nur eines zu tun: Nix! Einfach nur die schöne Landschaft hier im Tucson Mountain Park auf dem Gilbert Ray Campground zu genießen, wo wir bereits morgens früh eine weitere Verlängerung gebucht hatten. Peter und Eva sind weiter gefahren aber Anne und Pepe haben es uns gleich getan: Einfach nur mal relaxen und nichts tun. Eines habe ich jedoch fest gestellt: Die Stacheln der hier wachsenden Kakteen sind nicht zu unterschätzen. Beim Versuch zu testen wie spitz die Dinger sind habe ich mit einem Finger einen Stachel nur gestreift. Das Ergebis war ein Schnitt im Finger, ein OP-Scalpell ist keinesfalls schärfer.

Tag 23, 7.4.2017

 

Dieser Tag war geprägt von Negativerergnissen. Zunächst haben wir (ich) versucht, Pepes Laptop wieder zum Laufen zu bringen. Bereits zwei Tage zuvor hatte ich erfolglos versucht, seinen Rechner, der nicht mehr hochfuhr, anhand von zwei Wiederherstellungspunkten zu reparieren. Irgendwann wollte der Rechner „nach Hause telefonieren“ und einen Internetzugang haben - was auf dem Gilbert-Ray-Campgroung nicht möglich war. Also fuhren wir zum Arizona-Sonora-Desert-Museum in der Hoffnung, dort einen Internetzugang zu finden. Die Guides dieses Museums waren auch sehr hilfsbereit und fanden für uns einen schattigen Platz am Cafe, wo einerseits eine Steckdose vorhanden war und ein funktionsfähiges WLAN. Nach über zwei Stunden Reparaturversuchen mussten wir jedoch aufgeben - der Rechner wollte sich einfach nicht mehr ohne Windows-Repaparatur-DVD reparieren lassen. Ich kann nur vermuten, dass das Kaspersky-Internetsecurity, welches Pepe auf seinem Rechner hatte und dessen aktuelle Lizenz am 31.3. abgelaufen war, die massiven Probleme verursacht hatte.

Gegen 13:00 Uhr fuhren wir dann weiter Richtung Quartzsite. Dort wollten wir übernachten. In unser Navi hatten wir eine Strecke über Mobile eingegeben. Das Tomtom führte uns jedoch bereits 3 Abfahrten zu früh von der IS 10 ab über sehr holperige Straßen parallel zur IS 10, so dass Pepe entnervt wieder auf die IS 10 auffuhr. Gerade als er uns verlassen hatte, leitete uns unser Tomtom auf einen gut ausgebauten Highway und wir steuerten die vorgesehene Route an. Auf der Strecke fanden wir dann noch mitten im Nirvana einen WalMart in dem wir uns wieder einmal mit notwendigen Lebensmitteln versorgten. Im weiteren Verlauf trafen wir dann auf einer Rest-Area Pepe und Anne wieder und wollten in Quartzsite übernachten. Mittlerweile war es dunkel geworden. In Quartzsite, welches angeblich der größte Überwinterungsplatz von Wohnmobilisten sein sollte, fanden wir jedoch nur einen Platz, der uns nicht aufnehmen wollte. Dort waren die Plätze nur monthly, also monatlich zu mieten. Notgedrungen fuhren wir also weiter bis zu einer Rest-Area an der IS 10.

Tag 24, 8.4.2017

 

Der Joshua-Tree-Park war heute unser Ziel - und es war Samstag! Dementsprechend voll war es im Joshua-Tree-Park, alle Campsites waren mit einem „Full“-Schild gekennzeichnet. Selbst einige Parkplätze für Fotostops waren belegt. Trotzdem konnten wir reichlich Fotos von dem gigantischen Park in der beeindruckenden Natur machen. Am Barker Dam hatten wir eigentlich vor einen ausgeschilderten Rundgang zu machen. Der dazu gehörige Parkplatz war allerdings komplett mit parkenden Autos belegt. Uns blieb nichts anderes übrig als auf dem Parkplatz Echo Rock in der Nähe zu parken und dort hoffentlich auch die Nacht verbringen zu können.

Zumindest hatte ich dort die Zeit und Gelegenheit mit dem an einer Tankstelle gekauften Inverter, der aus 12 Volt die hier üblichen 115 Volt erzeugte die bereits fast volle Video-SD-Karte zu entladen und die aufgezeichneten Videos auf unsere externe HDD zu überspielen.

Tag 25, 9.4.2017

 

Morgens früh starteten wir nochmals zum Barker Dam. Diesmal hatten wir aufgrund des vormittags Platz für unsere RV’s. Wir stellten unser RV direkt hinter Pepe’s RV ab, Pepe war schon vor uns aufgebrochen. Der Rundweg am Barker Dam war gut ausgeschildert und mehr als sehenswert. Beeindruckende Natur und irre Felsformationen - gigantisch was die Natur, Wind und Wasser im Verlauf von Millionen Jahren schaffen. Danach sind wir zum Aussichtspunkt Keys View im Joshua Tree Park gefahren. Dort pfiff allerdings ein sehr kalter Wind und es war sehr bedeckt, die Aussicht war mehr als mäßig. Wetterbedingt haben wir uns dort nicht lange aufgehalten sondern sind wieder Richtung Jumbo Rocks gefahren. An einem Parkplatz warteten wir den frühen Nachmittag ab in der Hoffnung, auf dem am Vortag komplett gefüllten Jumbo Rocks Campsite einen Platz zu finden. Dort trafen wir auch Peter und Eva wieder die bereits ca. 2 Stunden zuvor dort eingetroffen waren und einen freien Platz ergattern konnten. Dieses Glück war Pepe, Anne und uns nicht beschieden. Obwohl wir beide mehrfach den Platz abfuhren konnten wir keinen freien Stellplatz finden. So blieb uns nichts anderes übrig als weiter Richtung Norden zu fahren. Wir übernachteten auf dem Parkplatz am Amboy Krater.

Tag 26, 10.4.2017

 

Vom Parkplatz am Amboy Krater ging es zunächst durch die Mojave Wüste nach Kelso. Der Ort Kelso besteht allerdings nur aus einem ehemaligen Bahnhof, der jetzt ein Museum mit Souveniershop ist. Nach einer kurzen Besichtigung des Museums ging es weiter Richtung Norden bis Baker an der IS 15. Dort tankten wir zunächst die RV’s zum ersten Mal mit dem in Kalifornien rund einen Dollar teueren Sprit auf. Die Tankstelle akzeptierte jedoch keine Kreditkarten, tanken war nur möglich mit unseren Girocards, zusätzlich wurden zu dem teuren Sprit noch je Buchungsvorgang 35 US-Cent debitfee berechnet. Da die Tanksäule bei 100 US$ abschaltete, der Tank jedoch noch nicht komplett gefüllt war, fiel eine zweite Tankung an - mit nochmaliger debitfee. Dann versuchten wir dort einen Supermarkt zu finden - Fehlanzeige. Nur Tankstellenshops und Nippes war vorhanden, nicht jedoch normale Lebensmittel wie Butter, Wurst, Käse usw. Auf einem vermeintlich leeren aber „sehr verkehrsgünstig“, also lauten und staubigen RV-Park wollten wir dumpen und Frischwasser auffüllen. Leider kam aber doch von irgendwo her ein Mitarbeiter dieses RV-Parks und knöpfte uns nur für’s dumpen und Frischwasser je 10 US$ ab. Weiter ging es dann Richtung Death Valley auf dem Highway 127 bis Shochone. In Shochone fanden wir einen mäßg bestückten General Store und kauften einige wenige Lebensmittel ein. Wir fanden einen tollen RV-Park mit einem Pool, der mit angenehm warmem Thermalwasser ausgestattet war. Die 10 US$ fürs dumpen haben wir somit umsonst ausgegeben. Trotzdem entschlossen wir uns, hier zu bleiben denn wir konnten endlich nach Tagen einmal wieder unsere Emails abrufen und hatten einen Internetzugang über ein langsames WLAN. Pepe und Anne sind jedoch weiter gefahren.

Tag 27, 11.4.2017

 

Als erstes habe ich heute morgen den Pool mit dem Thermalwasser ausprobiert. Es war einfach herrlich in dem mit ca. 32° warmen Thermalwasser zu baden. Danach ging es für uns in das Death Valley. Über eine über ca. 9 Meilen lange Gefällstrecke ging es hinunter zum tiefsten Punkt Nordamerikas bis auf 85,5 m unter dem Meeresspiegel bei Badwater. Dort in Badwater startet regelmäßig im Juli eines der härtesten Ultramarathons der Welt, der Badwater Ultramarathon. Nach einem kurzen Fotostop am dortigen Parkplatz, an dem wir u. a. auch an der gegenüberliegenden Felswand in großer Höhe eine Schild mit der Aufschrift Sealevel (Meeresniveau) entdeckten, ging es weiter Richtung Furnace Creek. Am Parkplatz zum Gold Canyon hielten wir an und gingen ein paar Meter in den Canyon hinein. Da wir jedoch nicht über die passenden Bergstiefel verfügten, war nach kurzem Weg für uns bereits Schluss. In Funrnace Creek trafen wir auf einem einfachen Campground Pepe und Anne wieder. Für 14,00 US$, die wir an einem Automaten zahlten, übernachteten wir dort. Abends ging ich mit Pepe und Anne noch zum gegenüber liegenden General Store. Dort waren ausreichend Sitzgelegenheiten und wir tranken in warmer Abendluft noch eine Dose Bier.

Tag 28, 12.4.2017

 

Am Tag 28 ging es zunächst heraus aus dem Death Valley über die Panamint Range (https://de.wikipedia.org/wiki/Panamint Range) auf einen Pass auf knapp 5000 Fuß Höhe um anschließend wieder eine endlos erscheinende steile Gefällstrecke hinunter zu fahren. Auf dieser Gefällstrecke machte sich die Tow/Haul Funktion, eine Art Motorbremse des Automatikgetriebes unseres RV sehr bezahlt. Anschließend fuhren wir über den Highway 178 über Trona, wo wir zum zweiten Male in Califonien auftankten, Richtung Ridgecrest und weiter bis zum Isabella Lake. Dort trafen wir auf dem KOA-RV-Park auch nach einer Woche wieder Peter und Eva. Der Abend endete mit einem Lagerfeuer auf dem Platz, welches Pepe in den dort vorhandenen Feuerstellen anfachte, bei einigen Dosen Bier.

 

 

 

 

Tag 29, 13.4.2017

 

Wir haben nochmals einen Ruhetag eingeschoben und sind auf dem KOA-RV-Park am Lake Isabella geblieben. Pepe, Anne, Peter und Eva sind jedoch weiter gefahren und wollten am Lake Isabella auf einem der nächsten Campsites für drei Tage einchecken. Jetzt gegen Ende der Reise fällt allen die Hetzerei der ersten Tage auf die Füße, jetzt ist noch Zeit genug übrig, die am Anfang der Reise z. B. in New Orleans oder Memphis besser hätte genutzt werden können.

 

Tag 30, 14.4.2017

 

Heute sind wir nur ein kurzes Stück von ca. 12 Meilen am Lake Isabella entlang bis zum Hwy 155 gefahren. Dann links ab in einen Park des „Bureau of Land Management“. Dort trafen wir die beiden anderen Paare wieder. In diesem Park, der auch offiziell für Off-Road-Geländefahrten zugelassen war, trafen wir zudem auf mehrere Offroadfahrer, teils auf Gelände-Motorrädern aber auch auf Quads. Leider war es extrem windig. Nach einem kurzen Spaziergang zur verlassenen Ranch einer Familie Walker trafen wir uns abends am Lagerfeuer. Aber immer noch blies ein sehr kräftiger und eiskalter Wind, so dass auch das Lagerfeuer keine ausreichende Wärme brachte.

Tag 31, 15.04.2017

 

Der kalte und stürmische Wind hatte über Nacht endlich nachgelassen und es wurde ein sonniger und warmer Tag. Nach einem Frühstück trafen wir uns zunächst im Schatten des RV von den Womo’s. Nach einem zweiten Kaffee- und Kuchenfrühstück bin ich mittags mit Peter, Eva, und Anne nochmals zur Ranch der Familie Walker. Tags zuvor hatten Peter, Pepe, Anne und Eva eine kostenlose „Privatführung“ von einem Ranger, der zweimal täglich dieses Anwesen zum Schutz vor Vandalismus aufsucht bekommen. Dabei hatten sie erfahren, dass die Familie Walker sechs schießwütige Söhne hatte, die sich im Laufe der Jahrzehnte alle gegenseitig bis auf einen umgebracht haben. Dieser Eine landete irgendwann in einer kleinen Einzelzelle im Gefängnis und wurde dort wahnsinnig. Oberhalb der Ranch der Familie Walker hatte eine Familie Lightner einen Stollen, aus dem Silber oder Gold geschürft wurde. Zu diesem still gelegten Stollen führte noch ein mühsamer Kletterpfad den wir anschließend hinauf stiegen. Aus dem Stollen sickert bis heute ein hoch mit Schwermetallen belasteter Bach und der Eingang zum Stollen ist durch Gitter versperrt. Die Gleise, mit denen das Erz in Loren aus dem Stollen befördert wurden, sind aber noch vorhanden. Auch noch vorhanden waren die Verladegleise in das Mahlwerk und die Waschrinnen, in denen die Edelmetalle ausgewaschen worden waren. Nach ausgiebigen Foto- und Videoaufnahmen sind wir dann wieder den zuvor hinauf gekletterten Weg hinab zum Friedhof, wo die Familien Walker und Lightner ihre letzte Ruhe gefunden haben. Zurück an den RV’s war ich erst mal „platt“ von der anstrengenden Kraxelei. Mit der Beobachtung der Off-Road-Fahrer verging der Nachmittag im Fluge. Abends trafen wir uns dann wieder einmal am Lagerfeuer bei einigen Dosen Bier.

Tag 32, 16.04.2017 (Ostersonntag)

 

Morgens wurde zunächst in aller Ruhe gefrühstückt, da eigentlich nur eine kurze Tagesetappe vorgesehen war. Peter hatte vorgeschlagen, auf eine Campsite am Kaweah-Lake zu fahren. Dort angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass der Platz nahezu vollkommen belegt war. Nur einzelne Plätze waren noch frei. Kurzentschlossen und da es bereits später Nachmittag war haben wir uns von der Gruppe getrennt und haben versucht, in Richtung Giant Forrest Big Trees im Sequooya NP einen Campground zu finden. Ein Sheriff gab uns die Auskunft, dass der Highway 198, den wir fahren wollten, für unser 26-Fuß-RV nicht geeignet sei und außerdem in den Höhen schneeglatte Fahrbahnen wären. Die vorgesehene Route war damit für uns passé. Also drehten wir um und fuhren in Richtung Abgabestation. In Visalia fanden wir einen WalMart, der kostenloses Übernachten für RV’s einmalig zulässt.

 

Tag 33, 17.4.2017 (Ostermontag)

 

Für uns steht bereits fest, es war nicht die letzte Reise in die USA. Da die Wetteraussichten auch nicht sehr prickelnd waren, müssen die Big Trees im Sequoya NP halt noch warten. Aufgrund der Wetteraussichten entschlossen wir uns auf nahezu direktem Weg Richtung Abgabestation zu fahren. Dazu steuerten wir den KOA-RV-Park Los Banos in Santa Nella an. Dort angekommen fing es auch an zu regnen. Wir buchten für zwei Tage ein, denn unsere Wetter-App meldete für den nächsten Tag auch noch Regen. So konnten wir langsam anfangen unser Klamotten wieder in die Koffer zu packen.

 

Tag 34, 18.04.2017

 

Leider trafen die Wetterprognosen aus der App Wetteronline auf unserem Smartphone voll zu und es regnete. Die Entscheidung, gleich für zwei Tage einzuchecken, war also richtig. Erst für den späten Nachmittag/ frühen Abend sollte eine Wetterbesserung eintreten - und sie trat ein. Wie prognostiziert, besserte sich ab Mittag das Wetter. Ellen hat den ersten unserer beiden Koffer bereits gepackt.

Abends sind wir dann - entgegen der amerikanischen Gewohnheit - zu Fuß in ein ca. 1 km, 0,7 Meilen, entferntes Restaurant zum Abendessen gegangen.

Tag 35, 19.04.2017

 

Der direkten Weg Richtung Plaesanton zum letzten RV-Park führte über einen Interstate-Highway und den wollten wir nicht fahren. Ein kurzer Umweg führte am San Luis Reservoir (https://de.wikipedia.org/wiki/San_Luis_Reservoir), einem Stausee vorbei. Diesen sind wir Richtung Plaesanton durch eine nochmals wunderschöne Landschaft gefahren. Diese Gegend erinnerte ein wenig an Schotlland. Auf dieser Tour kamen wir auch durch Gilroy, einer kleinen Stadt mit einem großen Factory-Outlet-Einkaufscenter. Und wen entdeckt Ellen da beim Warten vor einer roten Ampel? Pepe und Anne warten auf das „Go“ für Fußgänger an der gleichen Ampel und wollten die Straße überqueren! Die USA sind ja soooo klein... Sie waren in dem Factory-Outlet-Center shoppen - wie auch Eva und Peter. Wir haben dann kurz gewendet und sind auf den Parkplatz zu einem kurzen Pläuschchen und nebenan in einem Restaurant gleich zum Lunch.

Anschließend sind wir dann weiter Richtung Plaesanton gefahren. In Plaesanton dann zunächst auf eine Tankstelle zur letzten Betankung des RV, danach in einen Safeway-Supermarkt zu letzten Einkäufen von Lebensmitteln und dann auf den RV-Park zu unseren beiden letzten Übernachtungen in diesem RV.

Tag 36, 20.04.2017

 

Heute hieß es nur alles in die Koffer packen was nicht mehr für die letzte Übernachtung benötigt wird und das RV innen ausfegen/ säubern. Am Vormittag trafen zuerst auch Pepe und Anne, etwas später auch Peter und Eva ein. Gegen 14:00 Uhr gab es bei uns eine RV-Rückgabe-Reiseabschluss-Torte, die wir tags zuvor im nahegelegenen Safeway-Supermarkt mit den letzten Einkäufen erstanden hatten. Den Kaffee dazu spendierten Pepe und Anne.

 

Tag 37, 21.04.2017

 

Die Fahrt heute morgen zur Abgabestation in San Leandro verlief problemlos. Leider konnte oder wollte der Shuttle-Service nicht durch die Stadt fahren. Also mussten wir uns eine andere Fahrmöglichkeit suchen.

Ich hatte mir bereits die Uber-App auf mein Smartphone geladen und bestellte darüber ein Fahrzeug. Als neuer Uber-Nutzer ging natürlich erst mal einiges schief. Das erste Fahrzeug war zu klein um 4 Personen incl. Gepäck zu befördern. Diese Tour musste ich deshalb stornieren und ein xxl-Fahrzeug neu ordern. Die Stornierung wurde meiner Kreditkarte mit 5,00 US$ belastet. Dann kam ein größeres Fahrzeug in welches wir alle rein passten. Der Fahrpreis sollte ca. 44 $ betragen. Der Fahrer machte mit uns aber eine größere Stadtrundfahrt und fuhr alles andere als den kürzesten Weg. Via Email erfuhr ich, dass diese Fahrt dann über 102,55 $ kosten sollte. Daraufhin beschwerte ich mich über die Website von Uber und bekam auch prompt Nachricht, dass der Fahrpreis auf 43,90 $ reduziert wurde. Dieser Fahrpreis war dann allerdings absolut ok für die doch lange Fahrtstrecke.

Angekommen im Vertigo-Hotel dann der nächste Schock: Stromausfall. Wie wir später über Facebook erfahren haben, hatte es einen Brand in einem Umspannwerk gegeben und ca. 80% von SF waren ohne Strom. In einem Bistro gegenüber des Hotels mussten wir uns deshalb mit Sandwiches begnügen, da keine Kaffeemaschine, kein Backofen usw. funktionierte.

Nach dem Verzehr des Sandwiches sind wir dann wieder mit Uber - diesmal allerdings geradeaus auf dem definitiv kürzesten Weg - zum Feuerwehrmuseum in der Presidio Avenue gefahren. Dort hatte ich den Auftrag für meinen Sohn ein T-Shirt zu erwerben. Nebenan war aber eine richtige Feuerwache und dort wurden wir vom Revierleiter Jiminez durch die Feuerwache geführt und ich durfte auch zwei Feuerwehrfahrzeuge von innen besichtigen.

 

Zurück im Hotel kam auch gegen 14:50 der Strom wieder und wir konnten endlich einchecken. Mit Pepe bin ich dann zur Jefferson Ecke Mason Street mit einem Linienbus gefahren. Dort haben wir die von Deutschland aus bestellten Tickets für den Hop On, Hope Off Big Bus bekommen und uns für die Fahrt am nächsten Tag zur berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz eingebucht. Zurück sind wir dann mit dem letzten Big Bus Richtung Hotel gefahren. Nach dem Abendessen in einer Pizzeria ein paar Blocks weiter habe ich dann über die Website der Fa. Uber die o. g. Beschwerde veranlasst.

Tag 38, 22.04.2017

 

Wie in Amerika vielerorts üblich, hatte das Hotel kein Frühstück im Zimmerpreis inkludiert. Frühstücken mussten wir also woanders. Direkt gegenüber des Hotels war das tags zuvor schon besuchte Bistro und die hatten heute morgen auch wieder Strom. Dort bestellten wir uns ein Frühstück. Anschließend haben wir die von Deutschland aus bestellten Tickets heute ausgiebig genutzt. Zunächst sind wir mit dem Hope On, Hope Off Bus von der Haltestelle Union Square zum Fishermanns Warf gefahren. Dort sind wir ausgiebig auf dem Pier 39 gebummelt, haben Souveniers eingekauft, etwas zu Mittag gegessen und anschließend am Nachmittag zum Pier 33 zur Überfahrt nach Alcatraz geschlendert. Gemäß dem Ticket wurde erwartet, mindestens 30 Minuten vor dem Abfahrtstermin der Fähre am Anleger zu sein. So fanden wir uns ca. 50 Minuten früher dort ein und standen dort bereits in einer langen Reihe von Wartenden - ohne eine Warteschlange geht es in den USA offensichtlich nicht. Dafür war die Besichtigung des 1963 geschlossenen Gefängnisses auf der Insel Alcatraz sehr beeindruckend. 1963 wurde die Insel auf Anordnung des damaligen Justizsenators Robert Kennedy geschlossen. Man mag zu der anschließend im Vordergrund stehenden Resozialisierung von Straftätern stehen wie man will. Mich hatte jedoch sehr beeindruckt die Nummer 5 der Gefängnisregeln auf Alcatraz: Sie haben Anspruch auf Verpflegung, Kleidung, Unterbringung und medizinische Versorgung. Alles andere sind Privilegien.

 

Nach diesem wirklich beeindruckenden Besuch und der Fährrückfahrt nach SF machten wir mit dem Big Bus die im Preis enthaltene Panoramic Night Tour. Dabei wurde es uns allerdings richtig kalt. Pepe blieb von Anfang an direkt unten im geschlossenen Bereich des Busses während Ellen und ich uns zunächst auf dem freien Oberdeck aufgehalten haben. Nach dem Halt auf Treasure Iland zogen wir es aufgrund der Dunkelheit und des erheblich kalten Windes jedoch vor, uns auch unten im Big Bus für die Rückfahrt aufzuhalten. Auf Treasure Iland hatte Ellen noch eine lustige Begegnung mit einem Waschbären. Dieser hatte eine Orange in den Pfoten und wollte die wohl gerade verspeisen. Als Ellen ihn fotografierte, ließ er die Orange fallen und ging auf sie los. Möglicherwiese befürchtete das Tier, Ellen wollte ihm die Orange abnehmen.

 

Der Big Bus nahm uns nach Beendigung der Fahrt am Pier 33 noch mit bis zum Union Square. Von dort aus gingen wir Richtung Sutter Street und aßen in einem dortigen Subway noch ein Baguette. Das Verfassen dieses Textes musste allerdings noch bis zum nächsten Tag warten, nach Rückkehr zum Hotel lockte doch zu sehr das Bett.

Tag 39, 23.04.2017

 

Heute ließen wir es bewusst ruhiger angehen und schliefen uns erst einmal aus. Gegen 08:45 Uhr fanden wir uns dann in dem bereits bekannten Cafe gegenüber zum Frühstück ein. Anschließend gingen wir wieder zur Haltestelle Union Square und bestiegen dort wieder den Big Bus Richtung Golden Gate Bridge. Und wir hatten Glück: Es schien die Sonne und die rot-orange Farbe der Golden Gate Bridge gestattete einmalige Foto- und Videoaufnahmen. Nach Überquerung der Golden Gate des Big Busses bestiegen wir den gleichfalls im 2-Tages-Ticket enthaltenen Bus Richtung Sausalito. Dieser kleine Ort gegenüber von SF steht im Ruf die Riviera San Franciscos zu sein, ein Besuch in diesem touristisch interessanten Ort ist sehr lohnenswert. Allerdings erstand Ellen hier in dem in Touristenorten üblichen Christmasstore ein neues Gehänge für den Weihnachtsbaum. Außerdem entleerten wir unser US-Klimpergeld in einen Stiefel der dortigen Feuerwehr, die dort für einen sozialen Zweck mit Plakaten mit dem Slogan „Fill the Boot Fight Muscle Disease donate today“ sammelte. Dafür ließ sich ein älterer Firefighter gerne noch mit Ellen fotografieren. Die Rückfahrt zum Wechsel des Big Busses führte dann nochmals in beide Richtungen bei strahlendem Sonnenschein über die Golden Gate Bridge. Nachdem wir dann wieder in die Buslinie zurück Richtung Union Square gestiegen sind überquerten wir abermals die Golden Gate Bridge. An der Haltestelle China Town stiegen wir aus um uns in der ältesten amerikanischen China-Town umzusehen und ein chinesisches Restaurant aufzusuchen. Äußerlich machte ein Restaurant im ersten Stock auch einen guten Eindruck und wir kehrten dort ein. Wir bestellten uns jeder die übliche Frühlingsrolle und zwei verschiedene Entengerichte. Es sollten die schlechtesten Enten unseres Lebens sein. Serviert wurden „die Menues“ mit Knochen und als „Esswerkzeug“ stand lediglich eine Gabel zur Verfügung. Aus der Speisekarte haben wir wohl voll daneben gegriffen.

Ich machte auf Grund der guten Sicht aus dem ersten Stock auf eine Kreuzung, auf der auch eine Linie der Cable Car fuhr, noch einige Videoaufnahmen. Für die Rückfahrt zum Hotel bestellten wir uns über die Uber-App nochmals ein Fahrzeug. Dort hauten wir uns erst nochmals ermattet von zwei Tagen für uns ungewöhnlichen Fußmarsches ins Bett. Außerdem wollte dieses Tagebuch auch noch vervollständigt werden.

 

Tag 40/41, 24./25.04.2017

 

Ellen hatte immer noch die zwei Tage des langen Fußmarsches in den Knochen und verblieb im Hotel. Nachdem wir die Koffer gepackt und Dank Kofferwaage auf knapp unter 23 kg halten konnten, räumten wir das Zimmer und lagerten unser Gepäck in einem separaten Kofferraum des Hotels. Ich machte mich anschließend zu Fuß auf den Weg Richtung Cable Car. An der Powell Street habe ich eine Cable Car für die Fahrt zum Cable Car Museum erklettert. Für den stolzen Fahrpreis von 7,00 $ habe ich die kurze Strecke bis zum Cable Car Museum zurück gelegt. Ernüchtert musste ich allerdings feststellen, dass die Cable Car auch nur das Fahrgefühl wie eine alte Straßenbahn vermittelt, die ich aus meinen Kindertagen noch aus meiner Heimatstadt Wuppertal kannte und die ich auch heute noch im Straßenbahnmuseum in Wuppertal erleben kann.

 

Dafür war das Cable Car Museum

(http://www.sanfrancisco4you.com/sehenswuerdigkeiten-san-francisco/cable-cars-museum.html)

für mich der Hit. Obwohl, der Begriff Museum ist eigentlich falsch, dort befinden sich auch heute noch die Antriebe für alle drei Linien der Cable Car. Man kann die über 100 Jahre alte Technik der Antriebe der Cable Cars mit großen Rädern, auf den die Zugseile, die Cable, laufen sehen und hat auch einen Einblick in die Werkstatt der Cable Car.

 

Zu Fuß ging ich zurück über die sehr steile Mason Street hinauf bis zur California Street, diese entlang bis zur Leavenworth Street und diese hinunter zur 940 Sutter Street an der um die Ecke unser tolles Vertigo-Hotel lag. Übrigens spielte dieses Hotel auch in dem Film Vertigo von Alfred Hitchcock eine Rolle - und nach diesem Film ist dann auch das Hotel umbenannt worden. In diesem Hotel, welches sich sehr wohltuend von den modernen Glaspalästen heutiger Hotels dank der Einrichtung im Stil der 1950er Jahre abhebt, waren wir dank der Fa. Canusa nun bereits zum zweiten Male.

Gegen 17:00 Uhr holte uns ein Kleinbus, den wir über den Portier des Hotels geordert hatten, am Hotel ab und es ging zum Flughafen SFO. Dort starteten wir pünktlich gegen 20:50 zum 10Stunden und 40 Minuten langen Rückflug nach München. Nach dem Umsteigen in München in den Flieger nach Düsseldorf erwarteten uns dort bereits gute Freunde, die uns zurück nach Wuppertal brachten. Gegen 22:00 Uhr deutscher Zeit waren wir endlich nach ca. 30 Stunden auf den Beinen völlig übermüdet in unserem eigenen Bett zu Hause.

 

 

 

Reisetagebuch von Ellen & Peter Jost

Wilhelm Busch sagte mal:

Viel zu spät erkennen viele

die versäumten Lebensziele,

drum Mensch sei weise!

Höchste Zeit ist´s! Reise, Reise.

 

 

 

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